KI verantwortungsvoll nutzen¶
Die online:academy hat KI-Funktionen — den KI-Lernassistenten (Tutor), die KI-gestützte Bewertung von Freitext-Antworten und die KI-Qualitätsprüfung von Kursen. Diese Seite ist deine Pflicht-Einführung als Trainer:in oder Customer-Admin (EU-KI-Act-Schulung, Issue #221). Sie erklärt, was die KI kann, wo ihre Grenzen liegen und welche Verantwortung bei dir bleibt.
Warum das wichtig ist¶
Bewertungen im Bildungsbereich gelten nach dem EU-KI-Act als Hochrisiko-Einsatz. Das heißt nicht, dass KI-Bewertung verboten ist — aber die letzte Entscheidung muss bei einem Menschen liegen, und die Lernenden müssen wissen, dass eine KI beteiligt war. Genau dafür gibt es die Funktionen unten.
Wie unsere KI arbeitet¶
- Selbst gehostet, in Deutschland. Das Sprachmodell läuft auf unserem eigenen Server im Hetzner-Rechenzentrum. Es gehen keine Antworten deiner Lernenden an OpenAI, Google oder andere externe Dienste.
- Kein Training mit euren Daten. Das Modell lernt nicht aus den Antworten — es bewertet nur.
- Protokolliert. Jeder KI-Aufruf wird revisionssicher protokolliert (ohne den Klartext zu speichern, nur einen kryptografischen Fingerabdruck).
Die drei Funktionen und ihre Grenzen¶
1. KI-Bewertung von Freitext-Antworten¶
Die KI schlägt eine Punktzahl und ein Feedback vor. Das ist ein Vorschlag, keine Note.
- ⚠️ Die KI kann falsch liegen — bei fachlich korrekten, aber ungewöhnlich formulierten Antworten, bei Ironie, bei Nicht-Muttersprachler:innen oder sehr knappen Antworten.
- ✅ Deine Aufgabe: Prüfe die KI-Bewertungen unter „KI-Bewertungen" im Menü. Du kannst nach Punktebereich filtern (z. B. alle Grenzfälle 60–70 %) und jede Bewertung freigeben oder übersteuern (Punktzahl + Feedback ändern).
- 🔒 Bei zertifikats-relevanten Kursen kannst du im Kurs „KI-Bewertungen erfordern Trainer-Freigabe" aktivieren. Dann zählt keine KI-Bewertung zum Abschluss, bevor du sie freigegeben hast.
Regel: Winke Bewertungen nicht ungeprüft durch. Der häufigste Fehler ist, der KI blind zu vertrauen — genau das soll die Freigabe verhindern.
2. KI-Lernassistent (Tutor)¶
Ein Chat-Assistent, der Lernenden bei Verständnisfragen hilft.
- Er ist als KI gekennzeichnet; Lernende sehen beim ersten Aufruf einen Hinweis.
- Er bewertet nicht und trifft keine Entscheidungen.
- Antworten können ungenau oder erfunden sein („Halluzination"). Weise deine Lernenden darauf hin, wichtige Aussagen gegenzuprüfen.
- Konversationen sind privat — du als Trainer:in siehst sie nicht.
3. KI-Qualitätsprüfung von Kursen¶
Bewertet nur die Struktur und Metadaten deines Kurses (Titel, Beschreibung, Lektionsaufbau) — nicht die mediale Qualität von Videos oder eingebetteten Inhalten. Nutze sie als Hinweisgeber, nicht als Urteil.
Was du deinen Lernenden schuldest¶
- Transparenz: Die Kennzeichnung passiert automatisch — untergrabe sie nicht (z. B. indem du KI-Feedback als dein eigenes ausgibst).
- Recht auf menschliche Überprüfung: Wenn Lernende eine KI-Bewertung beanstanden, sieh sie dir an und korrigiere bei Bedarf. Das ist ihr Recht.
- Datensparsamkeit: Bitte Lernende, in Freitext-Antworten keine sensiblen persönlichen Daten anzugeben.
Wenn etwas schiefläuft¶
- Systematisch schlechte/verzerrte KI-Bewertungen (z. B. immer schlechter für bestimmte Gruppen) → an die Plattform-Administration melden.
- Unangemessene oder falsche Tutor-Antworten → ebenfalls melden; wir prüfen das Modell.
Kurz zusammengefasst¶
| KI schlägt vor | Mensch entscheidet |
|---|---|
| Punktzahl + Feedback | Du gibst frei oder übersteuerst |
| Antwort im Tutor-Chat | Lernende prüfen wichtige Aussagen |
| Qualitäts-Score | Du beurteilst den Kurs |
Die KI nimmt dir Arbeit ab — die Verantwortung bleibt bei dir.